111 Jahre LSV Alexandria

 

Der 2. Vorsitzende, Friedrich-Wilhelm Möhring, begrüßt die Jubiläumsgäste

Der 2. Vorsitzende, Friedrich-Wilhelm Möhring, begrüßt die Jubiläumsgäste

 

Die stellvertretende Bundestagspräsidentin, Frau Edelgard Buhlman, überreicht dem 2. Vorsitzenden, Friedrich-Wilhem Möhring ein Jubiläumspräsent

Die stellvertretende Bundestagspräsidentin, Frau Edelgard Buhlman, überreicht dem 2. Vorsitzenden, Friedrich-Wilhem Möhring ein Jubiläumspräsent

 

Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Lindener Vereine (AGLV), Gaby Steingrube, überreicht ein Jubiläumspräsent

Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Lindener Vereine (AGLV), Gaby Steingrube, überreicht ein Jubiläumspräsent

 

In seiner Festrede gibt Horst Deuker einen hochinteressanten Rückblick auf das Vereinsleben des LSV Alexandria von 1937 bis in die siebziger Jahre

In seiner Festrede gibt Horst Deuker einen hochinteressanten Rückblick auf das Vereinsleben des LSV Alexandria von 1937 bis in die siebziger Jahre

Der stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzende von Hannover 96, Ruben Kiaman überreicht dem 1. Vorsitzender, Paul-Reiner Linke, das Jubiläumsgeschenk von Hannover 96: ein Trikot mit der Rückennummer '111'

Der stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzende von Hannover 96, Ruben Kiaman überreicht dem 1. Vorsitzender, Paul-Reiner Linke, das Jubiläumsgeschenk von Hannover 96: ein Trikot mit der Rückennummer ‚111‘

 

von rechts: der Vorsitzende NFV-Kreis Hannover-Stadt, Hans Michael Rabe, der Spielausschuss Vorsitzende des NFV-Kreis Hannover-Stadt, Andreas Uherek, der Vorsitzende des RV Concordia, Michael Mücke, der Vorsitzende der AGLV, Gaby Steingrube und der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Linden/Limmer, Norbert Voltmer, mit hochrangigen Vertreterinnen des Sportausschusses des hannoverschen Stadtrates.

von rechts: der Vorsitzende NFV-Kreis Hannover-Stadt, Hans Michael Rabe, der Spielausschuss Vorsitzende des NFV-Kreis Hannover-Stadt, Andreas Uherek, der Vorsitzende des RV Concordia, Michael Mücke, der Vorsitzende der AGLV, Gaby Steingrube und der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Linden/Limmer, Norbert Voltmer, mit hochrangigen Vertreterinnen des Sportausschusses des hannoverschen Stadtrates.

 

Bundestagsvizepräsidentin, Frau Edelgard Bulmahn (ganz rechts) und die Vorsitzende des Stadtsportbundes, Frau Rita Girschikofsky (2. von rechts) hören aufmerksam der Rede von Horst Deuker zu

Bundestagsvizepräsidentin, Frau Edelgard Bulmahn (ganz rechts) und die Vorsitzende des Stadtsportbundes, Frau Rita Girschikofsky (2. von rechts) hören aufmerksam der Rede von Horst Deuker zu

 

von links: F.-W. Möhring, T. John-Klie, R. Linke, N. Voltmer, C. Naumburger, E. Schneller

von links: F.-W. Möhring, T. John-Klie, R. Linke, N. Voltmer, C. Naumburger, E. Schneller

 

von links: Trainer Claude Naumburger und Manager René Alpar mit Spielern der 1. Herren lauschen den Festrednern

von links: Trainer Claude Naumburger und Manager René Alpar mit Spielern der 1. Herren lauschen den Festrednern

 

Die schöne neue Spielfeldumrandung ist pünktlich zum Jubiläum fertig geworden

 

Der Neu-(Wieder)-Beginn – Ein „Alt-Alexer“ erinnert sich!

Gegen Ende 1955 habe ich aus beruflichen Gründen Hannover verlassen, nach rund 20 Spielzeiten in den 2. und 3. Herrenmannschaften Alexandrias. Neben dem rein sportlichen Bereich sind auch noch viele freiwillige Arbeitsstunden beim Herrichten des 1. sogenannten „Fußballplatzes“ auf dem Schützenplatz in Erinnerung. Dann wurde noch mancher Schweißtropfen vergossen, um hinter dem Krankenhaus Siloah ein weiteres brauchbares Geläuf samt kleinem Clubhaus/Umkleide (Name des Wirtes: Philips o.ä. ??) fertig zu stellen.

Irgendwann im Herbst 1950, ich war 17 Jahre alt, kam einer meiner damaligen Straßenfußballfreunde mit der Nachricht „da hat ein neuer Verein aufgemacht“! Hatten wir in den Nachkriegszeiten zunächst mit allem gebolzt, was irgendwie rund, ob aus Gummi oder Stoff, war, gab es in meiner Schulklasse den glücklichten Besitzer eines richtigen Lederballs (mit Blase und Verschnürung). Immer, wenn Schröder (sein Vorname ist mir entfallen) vor die Haustür kam, war ein Gefolge von bis zu 20 Jungen zugegen, um 2 Mannschaften aufzustellen und den „Spielbetrieb“ auf einer Wiese oder sonstigen halbwegs brauchbaren Fläche aufzunehmen.

Jetzt gab es also einen neuen Verein! Die ersten Gehversuche fanden auf einem Wiesengelände, genau im nachhinein nicht mehr zu lokalisieren, statt. Einer von den wenigen, die richtige Fußballschuhe hatten, war ich. Alte, gebrauchte „Buffer“ ausgeliehen von Wilhelm Hundertmark, einem meiner Nachbarn in Ricklingen, der später Karriere als Außenläufer bei Hannover 96 machte. Nachdem sich dann in kürzester Zeit u. a. auch eine 1. A-Jugendmannschaft mit dem Jugendleiter Otto Pannewitz etabliert hatte, zu der ich auch gehören durfte, war diese Truppe gleich so erfolgreich, dass die Staffelmeisterschaft errungen werden konnte. In der darauffolgenden Saison 1952/53 sind dann alle Spieler, wie ich meine außer Dreßler, in den Herrenbereich gewechselt.

Die dann in die Sonderklasse aufgestiegene 1. A konnte allerdings leider nicht sofort an den Erfolg der Vorspielzeit anknüpfen. Im Gegenteil, soweit ich mich erinnere, gab es fast jedes Wochenende reichlich „auf die Mütze“. Die „Ruhmestaten“ der 1. A-Jugend in der Spielzeit 1951/52 übrigens nachzulesen im ALEXANDRIA Vereins-Spiegel Nr. 8 vom August 1952 (s. im Internet – Stadtteilgeschichten.netlArchiv Horst Deuker).
(Mir aus der A-Jugendzeit noch geläufige Namen: Wolfgang Pannewitz, Ernie Wöllnitz, Ribbentrop, Manne Ahrens, Dreßler, Neuendorf, Lippo Kropp)

Nach vielen Versuchen, etwas über Alexandria im Internet zu erfahren, was erst ca. 2011 über die neu vom Verein eingerichtete Seite endlich klappen sollte, konnte ich 2012 erstmals am Treffen der „Alt-Alexer“ teilnehmen. Die Freude darüber, auch beim Treffen 2013, einige, wenn auch nur noch wenige der früheren Sportfreunde treffen zu können, hat mich bewogen, diese kleine Rückblende zu verfassen. In der Hoffnung, dass sich vielleicht noch jemand an gemeinsame Zeiten erinnert, bitte mal melden. Bis dahin, Euer Sportfreund Walter Wackermann, zu erreichen: Georg-Blume-Straße 14, 22119 Hamburg, Tel. 040-6531124, E-Mailadresse: walterwackermann@gmail.com

Der LSV Alexandria v.1903 111 Jahre

Es gibt nicht allzu viele Vereine in Hannover, die auf eine solch lange Zeit ihres Bestehens zurückschauen können. Auch der LSV Alexandria registriert das mit Stolz und Zufriedenheit.

Gleich nach der damaligen Jahrhundertwende existierte in Linden auf der Göttingerstraße die Arbeitersiedlung „Klein –Rumänien“. Die große Zeit des Eisenbahnbaus hatte den Industriemanager Strousberg in die Lage versetzt die Egestorffsche Maschinenfabrik für 700.000 Taler von der Familie Egestorff zu erwerben. Strousberg brauchte diese Arbeiterstadt, denn ein Großauftrag der Rumänischen Staatsbahn war nur mit neuen Arbeitskräften zu schaffen.

Viele Jahre später, längst war der Name Strousberg zur Legende geworden Trafen sich die jungen Leute am Brunnenplatz, dem Mittelpunkt der Siedlung, und verabredeten sich zum Rugby spielen im nahegelegen Ohefeld. Trotz 10 Stunden Arbeitszeit freute man sich auf den körperlichen Ausgleich. Schließlich wurde der Wunsch zu einer Vereinsgründung immer größer.

So traf man sich am 6.Oktober 1903 in der gegenüberliegenden Gaststätte Zloch auf der Göttingerstraße zur Vereinsgründung. Schnell wurden alle erforderlichen Regularien erledigt, nur über den Namen war man sich nicht ganz einig. Schließlich entschied man sich für den Namen Alexandria, denn eine fröhliche Runde christlicher Seefahrer hatte ausgemacht, dass es „am schönsten in Alexandria“ war. So war’s entschieden und genehmigt: Lindener Sportverein Alexandria von 1903.Die Sportplatzfrage begleitete den Verein bis weit in 7oer Jahre. Immer wieder hatte man zu kämpfen eine ordentliche Sportstätte zu besitzen.

Stolz berichten unsere Gründer von einem Platz, (dem heutigen TuS Ricklingen Platz), den sie mühsam aus einer Wiese erarbeitet hatten, mit überhöhten Kurven in der Laufbahn. Aber alles war nicht von langer Dauer.

Ein schöner Platz entstand nach dem 1. Weltkrieg an der Pfarrstraße oben am Tönniesberg. Das Bild in der Titelseite zeigt eine zufriedene Mitgliederschar. Hier feierte man auch die größten sportlichen Erfolge. 1920 /21 und 1922/23 wurde Alex Norddeutscher meister im Rugby und verlor leider beide Male im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Erwähnenswert bleibt hier ein Mann namens Hermann Frommer, der über 15 Jahre den Verein zu diesen sportlichen Höhen geführt hat. Aber seine Liebe galt den immer stärker ins Geschehen rückenden Fußball. Noch konnte Alexandria sich nicht entscheiden vom Rugby auf den Fußball zu wechseln. So ging Fromme zu 96 und wurde sehr bald im Norddeutschen Raum der Verantwortliche für den Spielbetrieb.

Schließlich war 1928 auch unser Verein bereit Fußball ins Programm aufzunehmen. Doch wieder verhinderten Industrieerweiterungen die Pläne des Vereins. Die HAWA auf dessen Gelände unser Sportbetrieb ablief, machte , wie heißt es heute so oft, Insolvenz, die HANOMAG übernahm im Tausch mit der Stadt Hannover das Gelände und Alex bekam als „lächerliche Entschädigung“ 4000 RM. Längst hatten auch die Nationalsozialisten das Ruder übernommen und man schaffte mit dem Gleichschaltungsgesetz die Möglichkeit, kleinere Vereine zu einem Großverein aufzulösen.

Dies geschah mit uns, und so sahen sich unsere Mitglieder, so sie denn noch im Verein verblieben, beim neuen Großverein DTSG v.1874 untergebracht. Eine kleine Gruppe alter Alexer wollte wenigstens den Vereinsname am Leben erhalten und gründeten einen Kegelklub mit dem stolzen Namen „Alt – Alex“. Bis in die 70er Jahre blieb er am Leben, aber die Zeit hatte bis dahin vieles verändert. Der 2. Weltkrieg mit seinen furchtbaren Auswirkungen ist an niemanden ohne Schaden vorüber gegangen. Aber „neues Leben wächst aus den Ruinen“ sagt Schiller und so fanden sich 1950 eine Handvoll alter Alexer um zu überlegen den Verein neu zu gründen.

Bei dem Gründungsmitglied August Düvel, nunmehr Besitzer einer Gaststätte in der Charlotten-Ecke Dreikreuzenstraße, traf man sich am 29.August 1950 um den LSV Alexandria v.1903 neu ins Leben zu rufen.“ Wie ein Phönix aus der Asche“ so schrieben die Zeitungen, war der Verein sehr bald wieder in Linden – Süd in aller Munde.

LSV Alexandria 1950

von links: Rolf Ries, Walter Busche, Walter Roitsch, Gerd Meier, Hans Blecher, Horst Deuker, Henry Luda, Karl Preusse, Hermann Meier, Erwin Knauf, Erdmann Stopf

Mitglieder und Mannschaften vergrößerten den Verein, aber – es war das alte Lied, wo war der Sportplatz für Alexandria. Auf dem Schützenplatz ging’s los, doch wie sah jedes Mal der Platz aus, wenn ein städtisches Fest vorüber war. Hier sind wahre Wunder passiert und ein ungeheurer Einsatz unserer Mitglieder. Der nächste Platzbau stand an. Dort wo heute der Neubau des Klinikum Mitte, oder das alte Krankenhaus Siloah entstehen war unser neuer Platz genau zum 50 Jubiläum.. Auf den alten Fundamenten der früheren Badeanstalt an der Ihme bauten wir unser Klubheim. und unsere Umkleideräume . Bescheiden, noch etwas primitiv, aber wir waren glücklich.

Ein großes Jubiläumsfest mit hervorragender Resonanz war ein wirklicher Höhepunkt in unserem Vereinsleben. Fast 700 Mitglieder fühlten sich wohl bei uns, 5 Herren mannschaften spielten Fußball, 2 Damenhandball Mannschaften und jede Menge Jugend –Schüler und Knaben und Jungmädelmannschaften galt es zu betreuen.

Unsere 1.Mannschaft hatte die Bezirksklasse erreicht, alles stand auf Weiterentwicklung und wieder war durch einen Erweiterungsbau des Siloahs unsere Existenz in Frage gestellt. Ein Platz, wo heute die AWD Sporthalle steht schaffte für kurze Zeit eine neue sportliche Spielstätte, doch auch dies war nicht von langer Dauer. Nur, das war nun wirklich die schönste Überraschung für uns, die Betriebssportanlage in der Stammestrasse war fertig und wir bekamen mit Elite und 97 Linden den Sportplatz kurz vor der Eisenbahnbrücke.

Ein Klubheim musste noch gebaut werden und das war, weiß Gott, keine leichte Aufgabe. Viel Einsatz und Entbehrungen, Strapazen für einige Mitglieder, das alles wurde überwunden und geschafft. Wir waren stolz und dankbar, dass diese Odyssee durch Hannovers Sportlandschaft endlich vorbei war.

Aber die veränderten Zeiten haben dem Verein neue Sorgen gebracht. Die allgemeine Tendenz von sinkenden Mitgliederzahlen und Desinteressen vieler Menschen erfordert neue Opfer und neue Initiative das „Schiff wieder flott zu machen“! Der neue Vorstand hat aufgerufen wieder neuen Mut zu fassen, denn bislang hat man Alexandria nichts geschenkt, alles wurde mühsam erarbeitet, aber wir haben noch immer geschafft, was wir uns vorgenommen haben.

Horst Deuker