Geschichte

Seeleute regten den Vereinsnamen an

1903 wird der LSV Alexandria in einer Lindener Kneipe gegründet

Es waren die Arbeiter Lindens, die vor über 100 Jahren den Arbeiter Sport in Linden begründeten. Damit wurde der Beginn einer Tradition gelegt, die sich bis heute in den Lindener Vereinen fortsetzt. So waren es denn auch sieben Hanomag Arbeiter und Bewohner der damaligen Arbeitersiedlung „Klein Rumänien“ in Linden- Süd, die am 29. Oktober 1903 die neue Sportgemeinschaft mit dem wohlklingenden Namen L.S.V. Alexandria gründeten.

Der Name erklärt sich aus der Tatsache, dass die Vereinsgründung in einer Lindener Kneipe stattfand. Die Gründungsversammlung wurde durch eine alkoholfröhliche Gesellschaft am Nebentisch laufend gestört, besonders in den Denkpausen für einen Vereinsnamen.

Die Runde bestand aus Matrosen der Christlichen Seefahrt, die ihre Erlebnisse austauschten und sich einig waren, dass es in Alexandria am allerschönsten war. Nach der damals üblichen Arbeitszeit von 6 bis 18 Uhr fanden zahlreiche Sportbegeisterte immerhin noch die Zeit, sich abends im Mannschaftssport auf heute abenteuerlich anmutenden Sportplätzen in der Freizeit zu betätigen

Nachdem der Verein schnell wuchs, fand man schließlich in der Lindener Ohe, das geeignete Gelände, das von den Mitgliedern in Eigenarbeit zu einem ansehnlichen Sportplatz hergerichtet wurde. In der Fußball- und Rugby sparte stellten sich für die Alexer auch bald Erfolge ein.

Sogar gegen Viktoria Linden wurde 1920 bis 1922 die Norddeutsche Meisterschaft im Rugby gewonnen. Als dann in den 30er Jahren die Gleichschaltungsmaschinerie der Nazis begann, war es auch mit Alexandria für die nächsten 20 Jahre vorbei. Die Nazis wollten keine kleinen Sportvereine, sondern große und auch lieber Betriebssportgruppen, weil die leichter zu lenken und zu überwachen waren. So wurden die Alexer in die Hannomag Betriebssportgruppe integriert und das Vereinsgelände durch dubiose Tauschaktionen zwischen der Stadt Hannover und der Hanomag bei einer lächerlichen Ausgleichszahlung von 4.000 Reichsmark faktisch enteignet.

Neuanfang nach dem Krieg: die Mannen des LSV Alexandria nehmen auf dem heutigen Siloah-Gelände ihr Training wieder auf.

Neuanfang nach dem Krieg: die Mannen des LSV Alexandria nehmen auf dem heutigen Siloah-Gelände ihr Training wieder auf.

Erst 1950 fanden sich alte Alexer wieder zusammen, um in der traditionellen Rugby- Hochburg Linden-Süd einen Fußballverein zu gründen. Die folgenden Jahre waren von Wanderschaften aber auch von zunehmenden sportlichen Erfolgen geprägt. Man war auf dem Siloah-Gelände ansässig und musste im Rahmen des Krankenhausneubaus immer wieder umziehen. Gespielt wurde teilweise auf dem Schützenplatz. Ende der 50er Jahre wurde in einer gemeinsamen Aktion von Stadt und fleißigen Mitgliedern der heutige Sportplatz in Nachbarschaft zu Linden 97 und Elite an der Ihme-Ufer-Promenade zur Stadionbrücke angelegt.

Im August 1962 war auch das in viel Eigenarbeit errichtete heutige Vereinshaus fertig, und die Alexer waren froh, endlich wieder ein eigenes Dach über dem Kopf zu haben. Dieses jedoch ist nun auch schon fast 50 Jahre alt und quittiert den Dienst, so dass sehr hohe Investitionen anstehen, da auch die gesamte Vereinsgastronomie und der Sanitärbereich funktional veraltet sind und den heutigen Bedürfnissen und rechtlichen Vorgaben angepasst werden müssen. Dafür reichen die Beitragszahlungen und die bescheidenen

Zuschüsse der Stadt allein jedoch nicht aus. Somit ist der LSV Alexandria auf Spendengelder der Mitglieder, Ehemaligen, Freunde und Sponsoren angewiesen.

 

Paul-Reiner Linke

Der Lindener Sportverein Alexandria von 1903 e. V.

trauert um seinen 2. Vorsitzenden

Paul-Reiner Linke

der am 02.06.2016 im Alter von 67 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstarb.

Seine Kameradschaft und Hilfbereitschaft, sein Einsatz und sein Engagement werden uns immer ein Vorbild sein.

Gemeinsam mit seiner Familie trauern wir um ihn.